
Ausstellung Josef Mikl: Works from 6 decades
4 September, 2024 | 10:00 a.m. - 20 Oktober, 2024 | 5:00 p.m.
Ausstellung
Josef Mikl: Works from 6 decades
Kurator: Günther Holler – Schuster
- September – 20. Oktober 2024
Bratislava, Danubiana Meulensteen Art Museum
Josef Mikl ist einer der einflussreichsten Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg. Geboren 1929 in Wien, lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 2008 in seiner Heimatstadt. Sein Lebenslauf zeugt von beeindruckenden internationalen Erfolgen, zahlreichen Ausstellungen und Ehrungen. Diese Erfolge sowie die Vielzahl an Projekten, für die er engagiert wurde, sind Indikatoren für seine Bedeutung.
Sein Name ist nicht nur mit seiner langjährigen Professur an der Akademie der bildenden Künste Wien verbunden, sondern auch mit seiner Zugehörigkeit zur legendären Künstlergruppe Galerie St. Stephan (Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky, Arnulf Rainer). Mikl ist untrennbar mit der Geschichte der österreichischen Kunst verbunden, vor allem durch seinen größten Auftrag: die Neugestaltung des Großen Redoutensaals in der Wiener Hofburg. Nach der Zerstörung der gesamten Einrichtung des Großen Redoutensaals durch ein Feuer im Jahr 1992 beschloss die Republik Österreich, diesen neu zu gestalten. Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, um einen geeigneten Künstler für diese Aufgabe zu finden. Josef Mikl konnte die Jury mit seinem Gemälde, das auf Werken von Karl Kraus, Johann Nestroy, Elias Canetti und Ferdinand Raimund basierte, überzeugen.
Josef Mikls Gemälde mögen dem Betrachter, der mit seiner Kunst nicht vertraut ist, abstrakt erscheinen. Der Künstler betonte jedoch bei mehreren Gelegenheiten: „Es gibt keine abstrakte Kunst.“ Nach längerem Betrachten und unter Berücksichtigung der Titel der Werke als Hinweis sowie dem Zulassen, in das Gemälde „einzutreten“, wird der Betrachter in der Lage sein, die Formen und Objekte des Bildes zu erkennen. Einmal eingetaucht in die Formen- und Bildsprache von Mikls Werken, offenbart sich dem Betrachter eine aufregende Wahrnehmung. Der Künstler selbst erklärt den Prozess des Eintauchens und der Auseinandersetzung mit der Kunst: „Es gibt wenige, die Bilder richtig verstehen – man will zuerst denken und dann betrachten. Betrachten ist die geistige Aufgabe.“
Gabriele Baumgartner